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Erst den Schulweg kennenlernen

Kinder müssen sich an die Strecke gewöhnen und sollten den Weg zur Schule jetzt trainieren

Wolfgang Cordes mit Mika und Thore. Foto Kordländer

LANDKREIS. Vor dem ABC müssen Kinder lernen, wie sie sicher zur Schule kommen. So machten Thore Hagenah (6) und Mika Ney (5) aus Oldendorf jetzt den ultimativen Lauftest mit einem Experten. Wolfgang Cordes, Verkehrssicherheitsberater bei der Stader Polizeiinspektion, nahm die beiden Jungen unter seine Fittiche, um sie auf die Gefahrenpunkte auf Fußweg und Straße aufmerksam zu machen.
Dieser Test soll ein Beispiel demonstrieren, dem die Eltern, deren Kinder ab dem 7. August zur Schule kommen, folgen sollen. "Kleine Füße auf sicherem Schulweg", so lautet Cordes' Devise. Väter, Mütter oder auch Großeltern sollten jetzt vor dem Schulstart mit den angehenden ABC-Schützen den Schulweg trainieren.
Die Freunde Thore und Mika - der eine ist Fan von Bayern-München, der andere von Werder-Bremen - haben Glück. "Wir werden die Jungen zumindest im ersten Jahr mit dem Auto zur Schule fahren", berichten die Mütter. Für eine Busfahrt sei der Weg zur Oldendorfer Grundschule zu dicht, für zu Fuß nach Einschätzung der Eltern aber zu weit. Aber auch im Auto müssen die Kinder Verhaltensregeln trainieren: An erster Stelle stehen Sicherungsmaßnahmen durch Kindersitze und Gurt, dann kommen vorsichtiges und zur richtigen Seite aussteigen sowie Besonnenheit beim Weg in das Schulgebäude: Herumalbern und Rempeln sind tabu. "Bei der Verkehrserziehung sollen die Eltern Vorbild sein" so Cordes.
Mit der Einschulung beginnt für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt in vielfältiger Form. "Unsere Kinder sind das schwächste Glied in der Kette der Verkehrsteilnehmer und besonders gefährdet", ermahnt der Verkehrssicherheitsberater.
In der ersten Hälfte diesen Jahres ist es nach Mitteilung der Polizei zu zwölf Schulwegunfällen gekommen. Dabei wurde ein Kind schwer verletzt. Zehn Kinder erlitten leichte Verletzungen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte es bei 22 Schulwegunfällen 21 leicht und drei schwer Verletzte gegeben. Gerade Schulanfänger sind nach Darstellung von Cordes besonders gefährdet, weil sie durch ihre geringe Größe noch nicht den totalen Überblick über das Verkehrsgeschehen haben können. Und beim Herumtollen vergessen sie nur allzu oft den Betrieb um sich herum. Kinder benötigen zur Bewältigung von sicheren Verhaltenweisen im Straßenverkehr eine Reihe von Fähigkeiten, die erst entwicklungsbedingt ausgebildet werden können. "Ihr Blickfeld ist um 30 Prozent kleinerdas von Erwachsenen", weiß Cordes. "Geräusche können sie noch keiner bestimmten Richtung zuordnen."